Öffnung der Auslasskanäle

Bisher waren alle Beteiligten davon ausgegangen, dass die Kanäle des Auslasses und die Pumpengalerie-, als auch die Sümpfe verfüllt sind. Nachdem wir einige verschlossene Deckel geöffnet hatten, ergab sich ein faszinierendes neues Bild. Die Kanäle sind intakt und erhalten, erste Explorationen mit Kameras ergeben ein vollkommen neues Bild der Anlage.

Der Kanal zwischen den drei Absetzbecken der Klärhalle führt, nach dem Sonderbauwerk des Zusammenflusses, unter dem Flur hindurch in Richtung ehemaligem Hochwasserpumpwerk im zweiten Teil des Gebäudes.

Der Kanal ist ca 2m breit und 2,2m hoch, also prinzipiell gut begehbar. Von dort aus führen zwei Ausflüsse in die Pumpengalerie, einer konnte per Kamera untersucht werden und ist mit einem gusseisernen Schieber verschlossen. Der Andere Ausfluss konnte noch nicht untersucht werden. Die Pumpengalerie war mit bis zu drei Hochwasserpumpen bestückt. Durch ein Foto des letzten Zustands der Pumpenhalle, als auch die erhaltenen Inventarienzeichnungen, können die nicht erhaltenen Pumpen und die Pumpensümpfe verortet werden. Die Pumpen förderten zuletzt in erhaltene zwei gusseiserne Druckrohre, die bis zum Rhein führten. Hier wurde das geklärte Wasser bei erhöhten Pegeln des Rheins mit Druck in den dort 1909 verlegten Auslass gepumpt. Ob die Gussrohre noch im alten und heute noch als Regenwasser-Überlauf genutzten Hauptkanal liegen, ist nicht bekannt und muss untersucht werden.

Der Auslasskanal des Klärwerks, bei dem das geklärte Wasser bei moderaten Wasserständen durch Gefälle, zum zuvor genannten Hauptkanal zum Rhein abfloss, führt im Haus durch die Pumpenhalle hindurch und verschwindet dann in einer langezogenen Kurve, die bisher nicht untersucht werden konnte.

Mit der dankenswerten Hilfe des Kommunalbetriebes der Stadt Krefeld A.ö.R. und deren Kanalmeistern werden wir nach den Osterferien die Kanalabschnitte genauer untersuchen und – da keine Kartenwerke erhalten sind – neu vermessen und dokumentieren.

Der denkmalpflegerische Wert dieser Bauwerke ist ein besonderer. Denn nun steht fest, dass die Anlage – bis auf die nicht mehr vorhandenen aber gut dokumentierten Rechen und Pumpen – vollständig erhalten ist.

geöffneter Revisionseinstieg
Zusammenfluss der Klärkanäle
Druckrohr